








In Japan war der Tessen (Kriegfächer) ein clever getarnter Verteidigungsgegenstand der Samurai. Er bestand oft aus Metall oder verstärkten Bambusstreben und konnte als Schlagwaffe oder zur Ablenkung eingesetzt werden. Besonders für hochrangige Adelige, die keine offensichtlichen Waffen tragen durften, war der Fächer eine diskrete, aber effektive Option. Es gibt Berichte, dass geübte Krieger mit einem Tessen sogar Schwerthiebe abwehren konnten!
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war der Spazierstock nicht nur ein Modeaccessoire, sondern auch eine beliebte Verteidigungswaffe. Techniken wie La Canne, ein französischer Stockkampf, wurden in Fechtschulen unterrichtet. Einige Stöcke enthielten versteckte Klingen oder Stilettos, während andere durch geschickte Schlag- und Blocktechniken zur Abwehr von Angreifern genutzt wurden.
In der chinesischen Geschichte trugen einige Frauen kunstvoll gestaltete Haarnadeln (Jiandai), die lang genug waren, um als Dolch verwendet zu werden. Besonders kaiserliche Konkubinen oder Adelige nutzten sie zur Selbstverteidigung gegen Übergriffe oder politische Intrigen. Heute finden sich vergleichbare Verteidigungstechniken in modernen Selbstverteidigungskursen für Frauen.
Ein einfacher Ledergürtel mit Metallschnalle kann in einer Kampfsituation schnell zu einer improvisierten Peitsche oder Schlagwaffe werden. Auch in historischen Kampfstilen, wie im Piguaquan, einem chinesischen Kampfkunststil, wurden Gürtel als flexible Waffen genutzt.
Ein taktischer Stift sieht aus wie ein normaler Kugelschreiber, besteht jedoch aus verstärktem Metall und kann als Druckpunktwaffe oder Schlaginstrument eingesetzt werden. Besonders in Notfallsituationen, etwa in engen Räumen oder gegen einen überraschenden Angriff, ist er effektiv.
Eine starke LED-Taschenlampe kann nicht nur zur Orientierung im Dunkeln genutzt werden, sondern auch, um einen Angreifer durch plötzliches Blenden zu irritieren. Einige Modelle sind extra robust und können auch als Schlagwaffe eingesetzt werden.
Ein schwerer Schlüsselbund, besonders mit einem stabilen Karabiner oder einer Metallverlängerung, kann bei richtiger Handhabung als Schlagwaffe genutzt werden. Techniken aus dem Kubotan-Training helfen dabei, diesen Alltagsgegenstand effektiv zur Selbstverteidigung einzusetzen.
Ein stabiler Regenschirm kann ähnlich wie ein Spazierstock genutzt werden. Einige Hersteller bieten sogar spezielle verstärkte Selbstverteidigungs-Regenschirme an, die selbst harten Schlägen standhalten und zur Verteidigung verwendet werden können.
Die Geschichte zeigt, dass Menschen schon immer kreative Wege gefunden haben, sich mit Alltagsgegenständen zu verteidigen. Ob historischer Kriegfächer oder moderner taktischer Stift – alternative Waffen sind eine sinnvolle Ergänzung zu klassischer Selbstverteidigung.
Am wichtigsten ist jedoch nicht die Waffe selbst, sondern das Wissen und Training im Umgang mit ihr. Wer sich sicherer im Alltag fühlen möchte, kann sich mit den Prinzipien der improvisierten Selbstverteidigung vertraut machen und lernen, auch mit scheinbar harmlosen Objekten effektiv zu reagieren.
Hast du schon einmal überlegt, welche Gegenstände du im Alltag zur Selbstverteidigung nutzen könntest? 🛡️💡